Leider kursieren zu dem Thema Zulassung viele und zum Teil falsche Informationen. Daher hier der aktuelle Stand  vom 25.04.2016:

 

1. Die Zulassung von ULs und auch 120 kg-Fliegern unterliegt nationalem Recht.

 

2. In Deutschland ist die Zulassung von Luftfahrzeugen generell in der übergeordneten Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung - LuftVZO geregelt. § 1 Absatz 4 regelt hier aber eine Ausnahme:

 

Von der Musterzulassung befreit sind:

1. ein- oder zweisitzige Luftsportgeräte mit einer höchstzulässigen Leermasse von 120 Kilogramm einschließlich Gurtzeug und Rettungsgerät; für diese Luftfahrzeuge hat der Hersteller die Erfüllung der Lufttüchtigkeitsforderungen nach § 11 der Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät nachzuweisen
 
Damit gelten also die weiteren Regelungen der LuftVZO nicht, sondern die LuftGerPV ist anzuwenden.
 
3. Die Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät (LuftGerPV) regelt in §11 die Vorgehensweise für Nicht musterzulassungspflichtiges Luftsportgerät. Der einzige derzeit gangbare Weg ist in Absatz 4 beschrieben:
 
Muster- oder Gerätezulassungen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum sind unmittelbar gültig und ersetzen die Prüfungen nach den Absätzen 1 und 2.
 
Damit kann man einen 120kg-Flieger also zunächst einmal nach jeder europäischen Zulassungsvorschrift, also auch der deutschen Zulassungsorschrift für ULs zulassen. Damit hat man dann zunächst ein UL, aber in diesem Schritt noch keinen 120kg-Flieger mit den bekannten Vorteilen hinsichtlich Medical oder Jahresnachprüfung.
 
4. Die Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät (2. DV LuftGerPV) regelt in §1:
Zur Prüfung der Lufttüchtigkeit nach § 1 Abs. 2 LuftGerPV sind

(...)

für Luftsportgeräte der Kategorie

(...)

aerodynamische gesteuerte Luftsportgeräte mit einer höchstzulässigen Leermasse bis 120 kg die "Bekanntmachung von Lufttüchtigkeitsanforderungen für aerodynamisch gesteuerte Luftsportgeräte bis 120 kg Leermasse (nicht motorisiert oder motorisiert)" vom 22. März 2012 (NfL II-23/12),

(anzuwenden)

Dahinter verbergen sich die LTF-L mit den Einschränkungen hinsichtlich Leergewicht, Flächenbelastung, Mindestgeschwindigkeit, Tankvolumen etc. nachzulesen in LTF-L3. Engagierte Bemühungen Dritter, diese Einschränkungen aufzuheben sind vom BMVI leider bislang nur ausweichend beantwortet worden.

 

Alle Behauptungen, diese Forderungen seien aufgehoben sind daher falsch! Leider gelten die genannten Einschränkungen uneingeschränkt weiter.

 

Wir werden uns bemühen, mit der zuständigen Behörde eine Verbesserung zu erreichen und Absicherung z.B. in Form von Durchführungsverordnungen zu erhalten.

 

Von der Corsair wird es lediglich im jeweiligen Zulassungsland regelkonforme Varianten geben. Das bedeutet, dass beispielsweise Varianten mit vergrößertem Tank oder zu hoher Mindestgeschwindigkeit für eine Zulassung in Deutschland bislang nicht vorgesehen sind. Falls doch einmal etwas passieren sollte, sollen weder unsere Kunden belangt werden, noch wollen wir selber für derartige Verstöße gegen die eindeutigen Verordnungen haften.

 

Solange wir uns im Rahmen der Gesetze und Verordnungen bewegen können wir also die Freiheit der Deregulierung geniessen!

 

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